Präbiotika – Probiotika – Synbiotika – Kennst du den Unterschied?

 

Alles schon mal gehört, aber die Unterschiede und wann du was nehmen kannst, ist dir nicht so klar. Was nehmen, nach einer Antibiotika-Therapie oder zum Sanieren deines Darmes? Zur Verbesserung des Darmmilieus oder zum Stärken deines Immunsystems? Brauchst du ein Präparat oder geht es auch mit Ernährung?

Die Begriffe sind noch nicht so lange in unser aller Munde. Doch es gibt sie seit Urzeiten und sind nichts anderes als mikroskopisch kleine Lebewesen in Form von Bakterien. Sie befinden sich in unserem Darm, sie sind ohne Frage wichtig für unsere Gesundheit. Mit bis zu zwei Kilogramm und 1500 verschiedene Arten, sind sie schwergewichtige Mitbewohner unseres Darmes. Die Arten sind von Mensch zu Mensch verschieden und hängen von der Ernährungsgewohnheiten ab.

Was sind Präbiotika?

Sie sind im Gegensatz zu Probiotika keine lebenden Organismen. Es sind unverdauliche Ballaststoffe, eine Art Pflanzenfasern, wie Inulin oder Fructose-Oligosaccharide (FOS), Flohsamenschalen und Akazienfasern.  Sie können im Magen und Dünndarm nicht aufgespalten und verdaut werden und gelangen so intakt in den Dickdarm.

Zu den Spitzenreitern unter den präbiotischen Lebensmitteln zählen: Spargel, Pastinaken, Knoblauch, Lauch, grüne Bananen, Artischocken, Hafer, Roggen. Inulin steckt vor allem in Chicoree, Topinambur und Schwarzwurzeln.

Sogenannte bifidogene Polyphenole haben positive Effekte: Es handelt sich um bestimmte Pflanzeninhaltsstoffe, die in Nüssen, Beeren, Äpfel und Zwiebeln vorkommen. Resistente Stärke entsteht auch beim Abkühlen von Kartoffeln und Reis. Sie gehören damit ebenfalls zu den Ballaststoffen. Im Gegensatz zu Inulin oder anderen Präbiotika, stimulieren sie die gesamte Darmflora. Auch Zichorienkaffee ist eine Möglichkeit, konzentriert Inulin zu sich zu nehmen.

Diese komplexen Kohlehydrate sind nicht leicht verdaulich. Vor allem FODMAP-sensitive Menschen, mit Reizdarm und Nahrungsmittelintoleranzen Betroffene reagieren auf diese Lebensmittel. Eine behutsame und kontinuierliche Integration in den täglichen Speiseplan ist sinnvoll.

 

Was sind Probiotika?

Probiotische Bakterien sind lebende Mikroorganismen und sie dürfen nur als solche bezeichnet werden, wenn sie folgende Eigenschaften haben:

  • eine positive gesundheitsfördernde Wirkung
  • ausreichend Lebendkeimgehalt im Präparat 
  • Fähigkeit zur Vermehrung
  • Lebensfähigkeit im Magen-Darm-Trakt
  • in der Lage sind, an die Darmoberfläche anzuhaften
  • Stabilität während Herstellung und Lagerung

Man unterscheidet zwischen probiotischen Arzneimitteln – hier muss die Wirksamkeit in wissenschaftliche Studien nachgewiesen werden – probiotischen Nahrungsergänzungsmitteln und probiotischen Lebensmitteln, wie z.B. Sauerkraut.

Wo sind Probiotika möglicherweise wirksam?

  • bei akutem Durchfall
  • zur Vorbeugung von Durchfall bei Antibiotika-Therapie
  • Reizdarmsyndrom
  • Atemwegserkrankungen
  • Stimmungsschwankungen, Depressionen
  • vaginale Infekte
  • Harnwegsinfekt
  • Hauterkrankungen

Bei der Behandlung mit Probiotika geht man davon aus (wenn sie eingenommen werden), dass sie nicht in der Lage sind, sich dauerhaft im Darm anzusiedeln. Es wird vermutet, dass Immunzellen oder auch Nervenzellen des Darms durch Probiotika unterstützt werden. Die Wissenschaft geht im Moment davon aus, das Probiotika auf bestimmte Körperzellen im Darm wirken. Einige Probiotika können durch die Wechselwirkung zwischen den Zellen an der Darmschleimhaut, entzündungshemmende Substanzen freisetzen.

Laktobazillen

oder Milchsäurebakterien gehören neben den Bifidobakterien zu den wichtigsten und am stärksten vertretenen Keimen in der Darmflora. Sie säuern die Darmflora an und ernähren die Zellen der Darmwand. Sie findet man in der Mundhöhle, auf der Haut und Vaginalflora, im Dünndarm und teilweise auch im Dickdarm. Sie fühlen sich am wohlsten bei einen pH-Wert unter 6.

Laktobazillen verwerten ausschließlich Kohlenhydrate. Sie leben von Ballaststoffen und verhindern das Wachstum von Fremdkeimen. Außerdem reduzieren sie verschiedene Enzyme im Darm, die Schaden anrichten könnten. Sie sind in der Lage sich an das Cholestrol zu binden und somit in der Lage, das Serum-Cholesterin zu senken. Sie trainieren auch das Immunsystem.

Bifidobakterien

Es gibt viele Untergruppen von Bifidobakterien. Sie befinden sich im Dünndarm und teilweise im Dickdarm. Sie fühlen sich am wohlsten in einem sehr sauren Milieu von pH 6. Man findet sie wie die Laktobazillen im Mund, auf der Haut, Vaginalschleimhaut, Dünn- und Dickdarm. Sie beruhigen die Darmschleimhaut und können bei der Verstoffwechselung von Ballaststoffen kurzkettige Fettsäuren produzieren. Sie verhindern das Wachstum von Fremdkeimen und Bifidobakterien produzieren keine Gase.

Synbiotika

Synbiotika stellen eine Kombination aus Pro- und Präbiotika dar. Sie bestehen meist aus einem oder mehreren Bakterienstämmen in Kombination mit den für sie zu verwendenden Substraten, den Präbiotika.

Welche Präparate gibt es?

Präparate mit lebensfähigen Bakterien gibt es inzwischen unzählige im Handel. Es wird zwischen lebensfähigen und nicht-lebensfähigen Keimen unterschieden. Sie werden in Form von Pulver, Tabletten, Kapseln oder Trinkampullen hergestellt. Meistens sind Bakterienstämme gemischt. Es ist nicht einfach, sich durch den Dschungel der ganzen Angebote hindurch zu finden. Eine unkontrollierte Einnahme von Probiotika kann auch schaden. Du solltest bei den Herstellern darauf achten, woher sie die Mikroorganismen beziehen, wegen evtl. Verunreinigungen. Die Genstabilität der Mikroorganismen soll auch eine Rolle spielen. Von einigen Herstellen werden Zusatzstoffe hinzugemischt. Das ist bei Allergien oder Unverträglichkeiten zu beachten.

Wann solltest du mit Probiotika vorsichtig sein?

  • bei einer Therapie mit Immunsuppressiva z.B. Cortison, können nachteilige Effekte entstehen, das solltest du mit deinem Therapeuten besprechen.
  • Bauchspeicheldrüsenentzündung
  • bei einer Fehlbesiedelung des Darms (SIBO), Präbiotika verursachen dann starke Blähungen
  • wenn du unter dem sogenannten Kurzdarmsydrom leidest, verträgst du Probiotika auch nicht sehr gut. Das ist, wenn man operativ Teile des Dünndarms entfernt hat, wie z.B. bei Morbus-Crohn-Erkrankung.
  • wenn die Darmmotilität eingeschränkt ist, d.h. bei einer verlängerten Darmpassagezeit, was meist zu einer Neigung zu Verstopfung führt. Das kann aber auch von Medikamenten kommen. Dadurch bleiben die Probiotika zu lange in Dünndarm anstatt in den Dickdarm zu wandern.
  • bei der Einnahme von Magenschutztabletten, sogenannte PPI, können unter Umständen Präbiotika nicht mehr so gut vertragen werden und eine Dünndarmfehlbesiedelung (SIBO) entstehen.
  • Überdosierungen können natürlich auch Nebenwirkungen verursachen, meist in Form von Blähungen und Bauchschmerzen.

Was du tun kannst:

Überlege, ob und wie du durch Veränderung deiner Ernährung etwas erreichen kannst. Mehr Gemüse, frische Kräuter und Salate in deinen Speiseplan einbauen und langsam steigern. Dein Darm muss sich an die Veränderung gewöhnen.

Am Anfang regelmäßig mit Flohsamenschalen deine Ballaststoffmenge pro Tag auf 30 g erhöhen und ausreichend dazu trinken. Damit unterstützt du, dass sich die Probiotika wohl fühlen und wachsen. 

Wenn du durch Antibiotika-Einnahme Probleme mit deinem Darm hast, kannst du ein gutes Präparat (Bifidobakterien und Laktobazillen) in der Apotheke beraten lassen.

Bei Entzündungen des Darmes, Nahrungsmittelintoleranzen, Leaky gut-Syndrom, Dünndarmfehlbesiedelungen oder anderen Beschwerden, mache einen Darmcheck und lass dich bei der Wiederherstellung deiner gesunden Darmflora unterstützen. Letztlich sparst du Geld für unnötige Präparate. 

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2 Kommentare
    • admin sagte:

      Hallo Marietta, freut mich, wenn dir der Blog gefallen hat. Ein interessantes Buch ist Gesunde Darmflora von Martin Storr oder Moderne Darmtherapie von Evelyn Wurster.
      Herzliche Grüße aus Oberbayern ins Münsterland.
      Silvia

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