Kennst du den kleinen Unruhestifter in deinem Bauch?

Helicobacter pylori

Es ist ein kleines, schlaues, spiralförmiges Bakterium, das sich in die Magenschleimhaut gräbt. Da ist es geschützt und hier beginnt auch der Ärger. Es ist raffiniert und hat eine Möglichkeit gefunden, Enzyme um sich herum herzustellen, die ein basisches Milieu erzeugen. Durch seine Hülle wird er von der aggressiven Magensäure und Verdauungsenzymen nicht angegriffen. Er verkriecht sich in der Schleimhaut der Magenwand, kann dort überleben und Magengeschwüre und -Schleimhautentzündungen verursachen.

Wie der Keim übertragen wird, ist noch nicht ganz geklärt. Es scheint, dass die Übertragung von Mensch zu Mensch geschieht. 30-40 Prozent der Deutschen sind mit einem Bakterium infiziert. Nur 10-15 % der Betroffenen haben auch Symptome. Man schätzt, dass etwa die Hälfte der Weltbevölkerung infiziert ist. 2005 erhielten R. Warren und B. Marshal den Nobelpreis für die Entdeckung des Bakterium.

Wann solltest du dich um diese kleinen Besucher kümmern?

Wenn du Symptome hast, z.B.

  • Magenschmerzen
  • Aufgebläht sein
  • häufiges Aufstoßen
  • Appetitlosigkeit
  • Übelkeit
  • Sodbrennen
  • unerklärlicher Gewichtsverlust
  • Schluckbeschwerden
  • Mundgeruch
  • starke Bauchschmerzen
  • Dünndarmfehlbesiedelung

Wie weiß ich, ob ich diesen Übeltäter habe?

Das kann man testen. Es gibt verschiedene Methoden und jede hat ihre Vor- und Nachteile.

  • Am häufigsten wird der Atemtest benutzt, der auf H. pylori-Antikörper prüft. Der Test kann nicht zwischen einer zurückliegenden oder akuten Infektion unterscheiden. Man nutzt den Stoffwechsel (13C-Harnstoff) des Bakteriums. Zwei Wochen vor dem Test dürfen keine sog. Säureblocker eingenommen werden. Vier Wochen vor dem Test dürfen keine Antibiotika eingenommen werden. Der Test wird häufig zur Verlaufskontrolle nach einer Therapie angewendet. Das frühestens nach 4 Wochen.
  • Durch eine Blutuntersuchung können Antikörper (Typ IgG sowie IgA gegen Helicobacter pylori) eine Aussage darüber machen, ob eine akute oder schon länger zurückliegende Infektion vorliegt. Auch wenn eine Therapie durchgeführt wurde.
  • Es werden Helicobacter-Schnelltest für zuhause angeboten. Sie gelten als 70 – 90 % zuverlässig. Mit Hilfe einer Lanzette wird aus der Fingerkuppe Blut entnommen und in eine Testkassette gegeben. Nach 10 Minuten ist das Ergebnis ablesbar. Hier gilt auch, man kann nicht sagen, ob die Infektion akut ist oder länger zurückliegt.
  • Stuhlprobe. Hier geht es auch um den Nachweis von Antikörpern, die allein kein sicherer Beweis für eine akut vorliegende Infektion ist.
  • Magenspiegelung mit Biopsie. Bestehen schon länger Symptome, ist eine Magenspiegelung der Standard für die Diagnose. Dabei wird bei der Spiegelung Gewebe entnommen und im Labor mikroskopisch untersucht. Gleichzeitig sieht man, wie stark die Magenschleimhaut belastet ist.

So wirst du den Besucher wieder los:

Die Frage ist auch, warum fühlt es sich wohl bei dir? Es gibt Risikofaktoren, sich mit Helicobacter anzustecken. Medikamente wie Blutverdünner, Magensäurehemmer oder Schmerzmittel. Ungesunde Ernährung, Rauchen und Stress erhöhen auch das Risiko.

Die üblichen fachärztlichen Behandlungen sind ein Mix aus Säureblocker und zwei verschiedene Antibiotika. Man spricht hier von der Triple- oder Eradikationstherapie. Hier soll die Magensäure reduziert werden und die Vernichtung der Bakterien durch Antibiotika. Die Behandlung dauert zwei Wochen.

Durch die antibakterielle Wirkung sind zwangsläufig auch die Bakterien im gesamten Darmtrakt betroffen. Das Gleichgewicht im Ökosystem Darm muss unterstützt werden. Nicht nur die gesamte Verdauung auch das Immunsystem sind davon betroffen.

Lebensmittel die er gar nicht mag

Knoblauch, das ätherische Allicin ist bakterienhemmend.

Ingwer ist entzündungshemmend und besitzt antibakterielle Eigenschaften

Koreanischer Ginseng-Extrakt

Brokkoli und Brokkolisprossen enthalten das Antioxidans Sulforaphan

Grüner Tee besitzt bakterienhemmende Wirkung und lindert Entzündungen

Kartoffeln sind basisch und schützen die Magenschleimhaut

Leinsamen bildet Schleim und beruhigt die gereizte Magenschleimhaut

Probiotika nur wenige Stämme sollen bei HP-Infektionen geeignet sein: Lactobacillus reuteri DSM 17648, Lactobacillus johnsonii und Lactobacillus plantarum. Die begleitende Einnahme trägt zur besseren Verträglichkeit der antibiotischen Therapie bei.

Die Verbindung zwischen Magen, Darm und Verdauung erfordert eine ganzheitliche Strategie, damit umfassende und nachhaltige Ergebnisse erzielt werden. Lifestyle und Ernährung gehören genauso dazu wie eine gutes Stress-Management.

 

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Helicobacter pylori: epidemiology and routes of transmission – PubMed (nih.gov)

https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Helicobacter-pylori-So-gefaehrlich-ist-der-Magenkeim-,helicobacter104.html

https://www.derstandard.at/story/1297821460532/das-mysterium-im-magen

https://www.scinexx.de/news/biowissen/magenbakterium-begleitete-schon-fruehmenschen/

https://dasgastroenterologieportal.de/Helicobacter_pylori.html#:~:text=Eine%20Helicobacter%2Dpylori%2DTherapie%20wird,dauert%207%20bis%2014%20Tage

 

 

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