SIBO – Was ist das?

Morgens ist dein Bauch noch flach und nach der ersten Mahlzeit denkst du, dein Bauch platzt. Bis zum Abend gleicht dein Bauch einer Kugel. Dafür kann SIBO verantwortlich sein. Small Intestine Bacterial Overgrowth, eine Dünndarmfehlbesiedelung (DDFB), eine oft übersehene Ursache des Reizdarms.

Es befinden sich zu viel Dickdarmbakterien im Dünndarm. Dort gehören sie einfach nicht hin. Sie sind dazu da, im Dickdarm Verwertbares aus den unverdaulichen Nahrungsresten herauszuholen. Der Dünndarm hat eine geringere Zahl an Bakterien und dort findet die Kohlenhydrat-, Eiweiß- und Fettverdauung statt. Normalerweise verhindert eine Schleimhautklappe (Ileozökalklappe), dass sich Bakterien aus dem Dickdarm im Dünndarm ausbreiten und dort sich über die wichtigen Nährstoffe für unseren Körper hermachen.

Symptome einer Fehlbesiedelung:

Die Beschwerden beginnen 30 – 60 Minuten nach dem Essen.

  • Wenn die Einnahme von Ballaststoffen die Verstopfung und andere Reizdarm-Symptome verschlimmern.
  • Chronisch niedrige Eisenwerte ohne weiteren ersichtlichen Grund
  • Stark aufgeblähter Bauch, Blähungen, die nicht abgehen und Aufstoßen
  • Übelkeit, Sodbrennen und Mundgeruch
  • Vitamin D-, Vitamin K- und/oder Vitamin B12-Mangel

Weitere Symptome die mit einer SIBO in Verbindung gebracht werden: Schilddrüsenunterfunktion, Laktoseintoleranz, Gallensteine, Morbus Crohn, chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung, nicht-alkoholbasierte Fettleber, Rosacea.

Ursachen für SIBO:

  • Mangel an Magensäure, Magenschleimhautentzündungen, Einnahme von Magenschutzmittel (PPI).
  • Störungen der Gallensäure und/oder Enzymmangel der Bauchspeicheldrüse.
  • Beschädigung der Darmklappe (Ileozökalklappe) nach Operationen.
  • Ursache können auch anatomische Veränderungen sein, die die Ansiedelung von Bakterien fördern. (Divertikel -Ausstülpungen der Darmwand).
  • Störungen und Verlangsamung der Darmbewegungen (Peristaltikstörungen) zum Weitertransport. Die Nahrung wird in die verkehrte Richtung weiterbefördert.
  • Einnahme von Probiotika ohne Indikation und Einnahme von Histaminblocker.

Wie wird SIBO diagnostiziert?

Durch einen Atemtest, der Methan und Wasserstoff misst. Die Bakterien produzieren als Nebenprodukt Gase wie Wasserstoff und Methan. Sie werden nicht von menschlichen Zellen hergestellt, sondern sind das metabolische Produkt der Kohlenhydrat-Vergärung.

Dieser Test gibt Aufschluss über die Position und Verbreitung der Bakterien. Damit kann man den Schweregrad besser erkennen und einschätzen. Der Dünndarm baut nämlich Lebensmittel an unterschiedlichen Stellen ab. Eine weiter unten sitzende Bakterieninfektion erlaubt den Genuss von anderen Nahrungsmitteln, wie die, die weiter oben im Dünndarm aufgenommen werden.

Den Test kann man zuhause durchführen. Dazu wird ein Test-Set zur Verfügung gestellt. Der Test dauert ca. 2,5 Stunden.

Der Test ist positiv, was jetzt?

Die Ursache für die Entstehung muss beseitigt werden. Dafür kann noch ein Darmcheck notwendig sein, um zu kontrollieren, wie die Darmflora beschaffen ist und ob ein Leaky-gut-Syndrom vorliegt. Genauso wichtig ist eine Kontrolle von Nährstoffwerten und Vitaminen im Blut.

Wichtig sind die Effekte einer antibakteriellen Therapie, Erhöhung der Darmbewegungen und gezielte Ernährungsumstellung. Den Dickdarm-Bakterien, die sich fälschlicherweise im Dünndarm angesiedelt haben, muss die Nahrungsgrundlage entzogen und auf Zucker muss komplett verzichtet werden. Nach 6 Wochen kann man versuchen, langsam Kohlenhydrate wieder in die Nahrung einzubauen. Je nach Sitz der Fehlbesiedelung kann eine Low-carb- oder FODMAP-Ernährung richtig sein.

Die Schulmedizin bietet eine Antibiotika-Therapie (Rifamixin) an. Nachteil ist allerdings, dass dabei auch die gesunde Darmflora zerstört wird. Mit dem Antibiotika wird auch nicht die Ursache behandelt. Es kann nach kurzer Zeit zu einer erneuten Fehlbesiedelung des Darms kommen. Studien haben gezeigt, dass pflanzliche Alternativen gleichwertig sind.

Bitterstoffe regen die Bildung von Verdauungssäften an und regulieren die Darmmotorik. Durch regelmäßige Spaziergänge kommt der Darm außerdem in Bewegung. Ätherische Öle (Oregano, Pfefferminzöl, Kokosöl) morgens und abends je einen Tropfen in einem Glas Wasser, helfen neben antibakteriell wirkenden Pflanzen, die Mikroorganismen im Dünndarm abzutöten. Knochenbrühe kann ein Leaky-gut-Syndrom beruhigen und spült die Bakterien in Richtung Dickdarm.

Die Therapie erfordert etwas Geduld und Zeit. Hol Dir Unterstützung. Hast du Fragen zu diesem Thema, sprich oder schreibe mich an.

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